Bericht von Philippe Chanton
Teilnehmer
Philippe & Zoë Chanton
Georges & Lukas Chanton
Brigitte & Ken Pollinger
Fay & Isabella Schnidrig
Tim & Damian Schnidrig
Mauro Ferrari
Benedikt Kronig
Serge Schnidrig
Cyprien Pitteloud
Rainer Pfammatter
Alban Lengen & Ursula
Dominique Lochmatter
Baschi Summermatter
Cornelia Summermatter
Liliane & Michael Imboden
Damien Revaz
Martin Wehrli
Marc Renaud
Yolande Coeckelbergs
Sektion Saas (7P)
Dorly & Beat Chanton
Lea & Reini Imboden
Rolf & Sabine Stalder
Fam. Stefan Hesse (3P)
Alice & Marcel Fux (5P)
Fam. Mathias Keller (2P)
Ingrid Brigger
Francisco Orellana
Elvira & Charly Walch (3P)
Judith & Christine König
Evi Gruber (3P)
Ewald Gruber (3P)
Silvia Rovina
Heidi Bauer
Hanspeter Fux
Alphornbläserin Marlen
Anja’s Hüttecrew (5P)
100 Jahre Topalihütte
16. August 2026
Mit einem stimmungsvollen Jubiläumsfest bei bestem Wetter feierte die Topalihütte SAC am Sonntag ihr 100-jähriges Bestehen. Ein Jahrhundert nach ihrer Einweihung hoch über St. Niklaus trafen sich rund 70 Bergbegeisterte aus nah und fern, um dieses besondere Ereignis gemeinsam zu begehen. Der Hüttenchef durfte neben dem Sektionspräsidenten Damien Revaz, dem Vize Benedikt Kronig auch eine Delegationen des Zaniglaser Gemeinderates sowie der Sektionen Genf und Saas begrüssen. Bereits die Anreise war Teil des Erlebnisses. Während viele Gäste den klassischen Hüttenweg ab Schwiedernen oder die anspruchsvolle Trailrunning-Route vom Schalb via Wasulicke unter die Füsse nahmen, erreichten andere die Hütte mit einem Helishuttle ab Mattsand. Das Jubiläum wurde damit ganz im Sinne der Topalihütte gefeiert: für alle, die ihre Begeisterung für die Berge teilen.
Ortspfarrer und Vereinsmitglied Rainer Pfammatter zelebrierte eine Bergmesse, die von Alphornklängen von Marlen aus Bern begleitet wurde. Bei herrlichem Panorama, mit Blick von der Aletschregion bis zur Dufourspitze, erhielt die Feier einen besonders eindrücklichen Rahmen. Kurz vor und sogar während der Messe trafen auch die 6 Trailrunner ein, welche früh Morgens im Schalb oberhalb Embd gestartet waren und via Wasulicke zur Topalihütte gefunden haben. Unter grossem Applaus wurden sie begrüsst.
Die Geschichte der Topalihütte ist eng mit dem tragischen Schicksal des Genfer Botanikers Constantin P. Topali verbunden. Er wurde 1898 geboren, war griechischer Abstammung und kam als Kind mit seinen Eltern nach Genf. Während seines Studiums entdeckte er seine Leidenschaft für das Bergsteigen und verbrachte seine freie Zeit häufig in den Walliser Alpen. Im Sommer 1924 plante er mit seinem Freund Emil Zachmann einen kurzen Aufenthalt in Zermatt. Das Wetter war am 21. August trotz mässiger Bedingungen gut genug für einen Aufstieg zur Bétemps-Hütte, der heutigen Monte-Rosa-Hütte. Zwei Tage später wollten die beiden die Parrotspitze besteigen. Unter dem Westgrat der Pointe Dufour auf dem Grenzgletscher löste sich ein Schneebrett und riss die beiden Bergsteiger in den Abgrund. Die beiden Leichen wurden fünf Tage später gefunden und anhand von Topalis Fotografien und Aufzeichnungen konnte der Unfallhergang rekonstruiert werden.
Die Eltern von Constantin Topali wollten dem Alpenverein eine Hütte zum Gedenken an ihren Sohn schenken. Die Genfer Sektion übernahm die Aufgabe, diesen Wunsch zu erfüllen. Am 12. September 1926, nach nur zwei Monaten Bauzeit, wurde die Hütte auf dem Distulgrat von Topali senior eingeweiht. Sie verfügte über 20 Schlafplätze. Seitdem erleichtert die Topali-Hütte den Zugang zum Stellihorn, Barrhorn, Brunegghorn sowie via Schöllijoch zum Turtmanntal.
Das Jubiläumsfest stand ganz im Zeichen dieser bewegten Geschichte. In einer kurzen Ansprache und einem Wettbewerb wurde auf die vergangenen Jahrzehnte der Hütte zurückgeblickt und allen Menschen gedankt, die sich über Generationen hinweg zum Erhalt und zur Weiterentwicklung der Topalihütte beigetragen haben. Besonders gewürdigt wurde Yolande Coeckelbergs, die ehemalige Hüttenchefin der Sektion Genf. Ihr Engagement machte den Wiederaufbau der Hütte im Jahr 2002 möglich, nachdem diese 1998 einem Brand zum Opfer gefallen war. Yolande war zusammen mit drei weiteren Sektionsvertretern extra aus Genf angereist. Auch die beiden Vertreterinnen des Gemeinderates von St. Niklaus, Liliane und Cornelia durften viel Dank erfahren, da sich die Gemeinde seit jeher stark für den Wiederaufbau und vor allem auch die Zustiegswege engagiert. Aktuell gerade mit dem neuen Weg auf das Schöllihorn.
Die besondere Atmosphäre zeigte eindrücklich, dass die Topalihütte weit mehr ist als ein Etappenziel im Hochgebirge – sie ist ein Ort der Begegnung, der Freundschaft und der gemeinsamen Leidenschaft für die Bergwelt. Mit dem Jubiläum wurde nicht nur auf ein erfolgreiches Jahrhundert zurückgeblickt, sondern auch die Freundschaft zwischen den SAC-Sektionen Genf und Monte Rosa unterstrichen. Das 100-Jahr-Jubiläum wird allen Beteiligten als würdiger Meilenstein in Erinnerung bleiben – und als eindrucksvoller Beweis dafür, dass die Faszination der Topalihütte auch nach einem Jahrhundert ungebrochen ist.













