Taffe Jungs-Tour zum Bonhomme de Bovinette
(26. Februar 2017)

Wenn am Fasnachtssonntag zehn Männer auf (oder besser neben) der Piste unterwegs sind, könnte man sich so einiges ausmalen. Bevor hier ein falscher Eindruck entsteht: Die zehn erwähnten Boys scheinen die einzigen Seriösen der Ortsgruppe zu sein, welche am Sonntagmorgen um 6 Uhr aufstehen um eine Skitour im Unterwallis zu unternehmen. Unsere geschätzten Damen hatten auf jeden Fall die verschiedensten „Ausreden“: Arbeiten, Skifahren in Kanada, Nachwehen vom „Gätsch“ oder vom Geburtstagsfest. So konnten sich die zehn Muske(l)tiere eine besondere Tour gönnen…

Die Tourenausschreibung hat sicher auch einiges dazu beigetragen, dass nur taffe Jungs zu dieser steilen Tour oberhalb Martinach aufkreuzten. Schon der Beginn ab der Passstrasse zum Col de la Forclaz hatte es in sich: Eisige Passagen forderten bereits höchste Konzentration. Heute liessen wir uns durch nichts und niemanden aufhalten. Über Äste, Steine und Tannzapfen kämpften wir uns über längere apere Passagen den steilen Bergweg hinauf. Der Winter hat hier bereits sichtlich aufgegeben... Eine Machete wäre noch nützlich gewesen, denn einige Kurven mussten durch Gestrüpp und Stauden gedreht werden.

Der anfängliche „Hängert“ verstummte relativ schnell – entweder waren alle sehr auf das Laufen konzentriert -  oder jeder dachte mit Schrecken an die spätere Abfahrt durch diesen Wald. Als Tourenleiter ist es einem lieber wenn die Leute miteinander reden – dann hört man zumindest die Gemütslage – ein Schweigen im Walde verheisst meistens nichts Gutes. ;-) Sobald wir auf den Weg vom Forclaz-Pass stiessen, wurden zwar die Schneeflecken grösser, aber auch eisiger. Wir befanden uns nun auf der Abfahrtspiste – demensprechend „schräg“ war die Spur. Die Harscheisen wurden nun unsere besten Freunde. Dieser rutschige „Chrampf“ brachte uns teils zu Fuss auf die Alpe La Giète, ab welcher wir endlich winterliche Verhältnisse antrafen. Nun begann auch der „Hängert“ wieder…

So ganz alleine waren wir heute nicht unterwegs. Neben einer Frau, welche von ihrem Mann stehen gelassen wurde, liefen noch ein paar andere kuriose Typen in dieser Gegend herum. Die nächsten Höhenmeter verliefen ganz klassisch und wir konnten uns schon langsam für interessante Abfahrtsvarianten umschauen. Unser Tagesziel befand sich genau auf 2‘700 Metern und ist mit einem schlichten Holzkreuz markiert. Aus verständlichen Gründen verzichteten wir heute auf die Gipfelmunzini und reichten dafür verschiedene Flachmänner herum.

Nach der obligaten Pic-Nic-Pause war nun der Tourenleiter gefordert, ein paar Highlights aus dem Hut zu zaubern, um von den letzten steinigen Passagen des Tages abzulenken. So schlecht sollte dies nicht gelingen – fanden wir doch ein paar jungfräuliche Hänge mit schönem Pulverschnee. Die Einlage des Tages lieferte uns Mischi mit einer tollen Pirouette im ersten Hang. Ab hier durfte er seine Fähigkeiten als Einstock-Skifahrer unter Beweis stellen, denn einer der Stöcke überlebte das Manöver nicht…

Ganz zufrieden und mit brennenden Beinen erreichten wir wieder die Alpe La Giète. Befreit von einigen warmen Jacken galt es ab hier einen defensiveren Fahrstil anzuwenden. Bäume, Steine, Wurzen, Stauden, Eisplatten und „langsame Gritter“ waren unsere Hindernisse auf dem Rock’n’Roll-Weg Richtung Forclaz-Pass. So schlecht kamen wir aber nicht voran. Ausser bei zwei wirklich aperen Passagen konnten wir alles fahren…oder rutschen. Gemäss Ralf hatten wir heute zum Glück die blaue Abfahrtspiste genommen – wer weiss, wie die schwarze ausgesehen hätte…

Die letzten Meter waren dann sehr gemütlich auf einer breiten Wiese zurück zu unseren Autos an der Passstrasse. Es waren wohl alle froh, wieder heil runtergekommen zu sein – auch war der Materialschaden nicht so gross wie befürchtet. Aber eben, richtige Männer kennen keine Schmerzen und geben am Montag mit der härtesten Skitour der Saison bei den Kollegen an!

Also Jungs, bis zum nächsten Jahr im Wälschu – aber dann nehmen wir auch die Mädels wieder mit… wir akzeptieren dann keine Ausreden mehr!