Biscuit-Tour 2017 im Schneegestöber
Belalp - Egga - Blatten (17. Dezember 2017)

Drei Jahre mussten wir darauf warten – aber bei der dritten Austragung der Biscuit-Trophy der JO-SAC Zaniglas hat es endlich geklappt: Wir haben tatsächlich Schneeschuhe gebraucht. Es wurde eine Schneeschuhtour durch einen tief verschneiten Wald - und das erst noch bei Schneefall! Ob es daran lag, dass wir von der Südseite nun auf die Nordseite der Rhone gewechselt haben, oder ob wir einfach Glück gehabt haben, konnten wir an diesem nebligen Sonntag auf der Belalp nicht herausfinden.

Für einmal stand mehr Abstieg als Aufstieg auf dem Programm: Wir trafen uns in Blatten und liessen uns mit der Gondelbahn hinauf ins weisse Hexenland transportieren. Das Anschnallen der Schneeschuhe gehört sicher nicht zu den Paradedisziplinen unserer Ortsgruppe: Entweder konnten einige den linken und rechten Schuh nicht voneinander unterscheiden oder aber waren die nagelneuen Modelle noch nicht richtig eingestellt: Jedenfalls hinterliessen wir dabei nicht den besten Eindruck.  Dass wir für die Montage der Schneeschuhe auch noch den Ausgang der Gondelbahn auf der ganzen Breite blockierten, wurde nicht von allen Skifahrern gelobt…

Nach diesen anfänglichen Schwierigkeiten konnte der Entenmarsch Richtung Aletschbord beginnen. Eigentlich könnte man auf der Belalp ein herrliches Panorama geniessen, aber heute sahen wir nur die Nebelhörner und viele Schneehubel. Dank dem breiten Weg und den guten Markierungen konnten wir uns trotzdem unmöglich verlaufen. Sobald wir das ehrwürdige Hotel am Aletschbord aus dem Nebel auftauchen sahen, begann für uns der Abstieg in eine tief verschneite Märchenlandschaft. Bei Philippe’s Reko-Tour vom Vortag war die Spur noch nicht so breit ausgestampft wie heute.. an diesem Tag konnten wir trotz des vielen Neuschnees bereits von einer tollen Spur profitieren.

Im Wald wurde die Sicht deutlich besser. Wir konnten die herrliche Winterstimmung so richtig geniessen! Die Versuche, neben der Hauptspur ein neues Trassee zu stampfen, wurden rasch eingestellt; dies nachdem wir fast bis zu den Hüften einsanken. Momol, es hat „schee Schnee“! Beim Herunterlaufen kamen wir uns wie Geisterfahrer vor – der Gegenverkehr an diesem Sonntag war recht gross. Wir kamen immer wieder zu einem kleinen Schwatz, so auch mit der Gruppe vom Briger Tourenchef Philipp Salzmann. Dieser bestätigte uns, dass unsere Beiz bereits geheizt war. Der Wirt Beny habe aber noch ziemlich verschlafen ausgesehen…

Unsere Tour führte uns nun zum grossen Wildbeobachtungsposten Holzji, wo wir allerdings kein Wild sahen. Dafür holte Ignaz einen feinen Tropfen Wein und herrlich gluschtigen Hobelkäse aus dem Rucksack. Ein flottes Apéro bei Schneefall in einer märchenhaften Winterlandschaft – was will man mehr!

Nach kurzer Rast stampften wir weiter Richtung Egga, wo Beny Jossen inzwischen einen sehr aufgeweckten Eindruck machte und uns mit einem „warmu Wii“ in seinem neuen Bergrestaurant «Bergführerstübli» willkommen hiess. Das sehr heimelig eingerichtete Beizli war schon flott geheizt und wir durften es uns bequem machen. Beny war extra für uns hochgefahren, um uns exklusiv zu bewirten – vielen herzlichen Dank dafür! Eine tolle Kartoffelsuppe mit Käse und Nidla wurde von den 9 Teilnehmerinnen und Teilnehmern nun sehr geschätzt.

Doch schon bald galt unsere Aufmerksamkeit den feinen Biscuits, welche auch in diesem Jahr der strengen Jury vorgesetzt wurden. Isabelle, Annemarie, Astrid, Priska und Lilly präsentierten ihre Kostbarkeiten zunächst in der Kategorie Mailänderli. Die Noten wurden wie immer nach A = Aussehen und B = Geschmack auf einer Skala von 1 bis 10 vergeben. Mit Beny hatten wir sogar einen komplett neutralen Juror in der Runde. Die zweite Serie war eine bunt gemischte Variation von verschiedenen Biscuits – hier konnte jede Bäckerin ihr Lieblings-Biscuit präsentieren. Alle Exemplare waren vorzüglich und die Benotung deshalb eine grosse Herausforderung.

Das Verkünden der Resultate wurde nun herbeigesehnt und Philippe konnte nach einer längeren Rechenpartie endlich Klarheit schaffen! Wie es in populären TV-Shows wie den Swiss Sport Awards üblich ist, wurde die Rangliste von hinten nach vorne präsentiert. Knapp neben dem Podest fanden sich Isabelle und Lilly wieder. Die Bronzemedaille ging an die Vorjahressiegerin Annemarie ins Randa. So stieg die Spannung für die zwei verbleibenden Bäckerinnen Astrid und Priska. Nachdem Astrid im Vorjahr bereits den zweiten Platz erreichte, konnte sie sich in diesem Jahr als Siegerin feiern lassen. Herzliche Gratulation! Priska musste sich mit dem Silberplatz begnügen. Der Pokal wird nun ein Jahr lang im Mattsand stehen!

So langsam bekam Mauro Stalldrang, denn seine Eringerkühe sollten noch zur Zeit gefüttert werden! Uns blieb noch eine etwa 40-minütige Verdauungswanderung hinunter nach Blatten.

Ein toller und gemütlicher Sonntag in tief verschneiter Landschaft fand hier sein Ende. Ein herzliches Dankeschön an Priska für die Organisation, den Bäckerinnen für die leckeren Biscuits und an Beny für die tolle Bewirtung! Diese erste Tour der neuen Saison verspricht doch eine tolle Winterzeit und wir freuen uns schon auf viele weitere Ausflüge mit der OG Zaniglas.