Winterausbildung auf der Hannigalp (16.12.2012)

Am zweiten Dezember Sonntag haben wir zusammen mit der JO die Wintersaison eröffnet. Eine grosse Anzahl Mitglieder hat sich zur Winterausbildung auf der frisch verschneiten Hannigalp getroffen, um sich optimal auf die bevorstehende Saison vorzubereiten. Das Wetter liess uns immer hoffen, dass es noch aufklart. Aber wir wurden immer wieder mit Schneefall beschenkt aber bei milden Temperaturen.

Eingeteilt in 7er Gruppen hatten unsere 2 Bergführer Kusi und Jean-Paul sowie Denis fünf Posten vorbereitet, bei denen wir uns in Theorie und Praxis üben konnten. Wir lernten nicht nur eine sorgfältige Tourenplanung und –durchführung sondern konnten uns auch gleich im Ernstfall üben. Wie verhalten wir uns, wenn dann wirklich eine Lawine abgegangen ist und an was ist im Detail alles zu denken. Das alles unter Berücksichtigung des Zeitdruckes, des Schockes usw. Der erste Durchgang zeigte, dass eine solche Situation unbedingt geübt werden muss, ansonsten viel zu viel wertvolle Zeit verloren geht.  

Auch das Suchen mittels LVS muss immer wieder trainiert werden. Dabei konnten wir auch lernen, wie wir das Gerät einsetzen, wenn mehrere Personen verschüttet wurden. Nicht wirklich leicht und das schnelle Gehen im tiefen Schnee macht die Sache auch nicht einfacher und auf dem Lawinenkegel noch weniger.

Wie wird die Sonde richtig einsetzt, damit wir den Verschütteten auch wirklich schnell finden! Schräg eingesetzte Sonden können uns nämlich in die Irre führen.  Ebenfalls sollte das Schaufeln richtig  koordiniert werden, sonst kann es dann mal passieren, dass ein Rettungsmitglied den Kragen voller Schnee kriegt!! Sorry Elsbeth.

Beim Posten Tourenplanung und Durchführung hatten uns die Bergführer die 3 x 3 Reduktions-methode auf anschauliche Weise vorbereitet, so dass wir diese in der Gruppe miteinander einstudieren konnten. Dabei wurden wir auch immer wieder daran erinnert, dass wir nie unsere schwächeren  Mitglieder vergessen dürfen, denn diese können unter anderem entscheidend sein für das Go oder not go im Gelände.

Viel Spass bot dann der  Posten Seilfahren. In Dreierseilschaften fuhren wir die Piste hinunter, was etwas Fingerspitzengefühl und gegenseitige Rücksichtnahme von jedem einzelnen erforderte. Pünktlich zur Mittagszeit hatten wir alle Posten absolviert und gönnten uns ein währschaftes Mittagessen, um uns für die nächste Runde zu stärken.

Am Nachmittag starteten wir dann von der Hannigalp Richtung  Wannihorn. Auf der Tour konnten wir nun die theoretischen Kenntnisse im Gelände überprüfen. Wie schätzen wir die Hangneigung ein und wie messen wir sie dann konkret. Auch die LVS Kontrolle darf nicht vergessen werden. So blieb dann halt nur noch Zeit für eine kurze Anwendungstour.

Wir entschieden uns, im Dorf noch zusammen einen Umtrunk zu nehmen und entschlossen uns zur Abfahrt. Da – wehe wenn sie losgelassen. Da erwachen die Geister. Mit lautem Gejauchze ziehen wir unsere Kurven durch den herrlichen Tiefschnee und sind kaum noch zu stoppen. Noch ein letztes Gruppenfoto und schon ist wieder ein toller Tag mit dem SAC vorbei. Die Hannigalp hat sich als Ausbildungsgebiet hervorragend geeignet.

Ein herzliches Dankeschön an Denis und die Bergführer und die besten Wünsche für eine unfallfreie Saison an alle.

Eure Berichteschreiberin Dorothée