Skitour Simplon - Gebidum (12. April 2015)

...eine ganz speziell schöne Skitour anstelle Sulz fahren!

Dieses Jahr herrschen in einigen Gebieten noch so tolle Verhältnisse, dass wir die im Programm vorgesehene Sulzabfahrt noch etwas verschieben müssen. Bärtschi hat uns vom Simplon zu einer abwechslungsreichen Tour nach Visperterminen mitgenommen. Er kennt das Gebiet wie seine eigene Westentasche.

Mit einem Taxibus werden wir in Zaniglas und am Bahnhof Visp abgeholt und zum Simplonpass gefahren. Die einen sind noch in sich gekehrt, war es doch noch früh, die anderen plaudern munter drauf los. Nur Michi und seine Freundin Chantal kamen mit dem Privatauto. Da auf der Website das Spitzhorli als Etappenziel erwähnt wurde, wollen sie einfach dieses machen und dann wieder zum Simplon zurückkehren.

Wir starten gemütlich. Hinter uns reihen sich bereits einige grosse Skitourengruppen aus Italien. Da wir aber schon bald von der Normalroute abweichen, macht uns das grosse Aufkommen am Berg nicht nervös. Bärtschi sucht immer die Spur so, dass wir möglichst keine Höhe verlieren. Manchmal müssen wir halt hartgepressten, etwas vereisten Schnee in Kauf nehmen.

Am Fusse des Spitzhorli dann machen wir eine kleine Pause und kehren dem Spitzhorli den Rücken zu, indem wir in die äussere Nanzlücke am Straffelgrat aufsteigen. Dies ist ein kurzer "Chut", sieht länger und steiler aus, aber wir sind sehr schnell oben und bewundern die Rundsicht und machen viele Photos. Von da oben erklärt uns Bärtschi den weiteren Tourenverlauf. Wir werden ins Nanztal abfahren und dann wieder auf das Gebidum aufsteigen. Von da oben aber sehen wir nur lauter Lawinenkegel und keine möglichen Aufstiege. In der Tat müssen wir dann auch unseren Weg durch die Lawinenkegel suchen. Im Tal machen wir aber zuerst eine ausgiebige Pause bevor wir bei sengender Hitze aufsteigen.

Unterwegs erklärt uns Bärtschi diese und jene Route, die wir vielleicht im Sommer ausprobieren können. Sehr wertvolle Tipps, so kann man doch die eine oder andere Trainingstour einplanen.

Die Abfahrt von der Nanzlücke ist alles andere als Sulz, sondern wie Firn. Wir fahren freudig in das einsame und verlassene Tal. Ab und zu guckt ein Dachgiebel aus dem Schnee. Da muss noch viel Schnee schmelzen, bis diese Hütten wieder zum Vorschein kommen. Unterwegs sehen wir noch eine grosse Herde Gämsen. Schon fast auf dem Talboden, ist noch etwas Variantenfahren gefragt. Wir müssen einen Bach überqueren und um Stauden zirkeln und das erinnert manchen an unser Freeridewochenende in Andermatt, wo wir um Stauden fahren mussten und ab und zu darin landeten.

Im Talgrund gönnen wir uns eine ausgedehnte Pause bevor wir den Aufstieg auf das Gebidum in Angriff nehmen. Der Aufstieg wird heiss und ab und zu müssen wir auch die Skier ausziehen und über von Lawinen mitgerissene Bäume klettern. Dies aber nur kurz und schon hatten wir wieder eine schöne Spur bis auf den Pass. Vom Gebidum gelangt man ins Skigebiet von Visperterminen, das aber alleine und verlassen war, keine Menschenseele. Wir haben die Pisten für uns allein. Vom Giw an allerdings mussten wir uns zum Teil mit sehr schmalen Schneestreifen zufrieden geben, weil es schon fest ausgeapert war.

An einem Waldrand machen wir dann nochmals Pause und buckeln nun definitiv die Skier. In flottem Schritt geht es Richtung Visperterminen - habe ich gemeint. Bärtschi und Brigitte halten uns eine schöne Überraschung bereit. Wir gelangen nach ca. einer halben Stunde Fussmarsch in den Weiler Gästre, zu Ihrem Wochenendhaus, wo wir zu Käse und Brot, Bier und Wein eingeladen wurden. Das bei einer grandiosen Aussicht auf die Hausberge von Zaniglas.

Ein wunderschöner Tag, eine tolle Führung mit einem tollen Abschluss. Herzlichen Dank Brigitte und Bärtschi. Wir sind froh, dass wir auf die Sulzabfahrt verzichteten.