Freeride weekend in Gstaad (11./12. Februar 2012)

Bei eisiger Kälte und frühmorgens haben sich alle auf den Weg Richtung Les Diablerets gemacht. Etwas schwierig gestaltete sich der Treffpunkt, so dass Jan eine Weile brauchte, um seine Gruppe zu vereinen. Mit der Gondelbahn ging es dann mal zuerst zu einem Kaffee und von da mit dem Skilift bis Floirette, von wo wir mit den Fellen einen kurzen Aufstieg zum Arnehore machten. Bei dieser Kälte ideal, um sich für die Abfahrt zu wärmen. Aber erst galt es noch die Skier auf den Rucksack zu schnallen, um zu Fuss über einen kurzen Grat bis zum Gipfel zu gelangen.

Die Abfahrt vom Arnehore war sch….phantastisch. Die ganze Gruppe hat sich zum jauchzenden Chor entwickelt. Wunderschöne Spuren haben wir in den Schnee gezeichnet. Zu weit hinunter wollten wir dann aber doch nicht fahren, hatten wir doch vor, mit den Fellen Richtung Pas de Clé aufzusteigen, um von da eine lange Abfahrt nach Feutersoey zu machen. Oben angekommen, war es so windig und kalt, dass wir nur kurz Trinkpause und dann sofort  wieder auf die Skier gestiegen sind und eine ebenso tolle Abfahrt genossen. Für einen dritten Aufstieg hat es dann nicht mehr gereicht, so sind wir dann mit dem Bus zurück nach Les Diablerets, um unsere Autos zu holen und haben den Rest der Gruppe im Hotel in Gsteig getroffen, wo wir uns zuerst einmal mit einer Walliserplatte und einem Glas Wein gestärkt haben.

Am Abend wurden dann die Navigationskünste von Jan und Jean-Paul getestet. Nachdem wir min. eine halbe Stunde in Saanen in der Kälte herumgeirrt sind, um das Saane Pub zu finden, mussten wir feststellen, dass es gleich neben unseren parkierten Autos war. Für diejenigen, die auch mal ins Saane Pub möchten, es heisst jetzt Jam. Am Berg sind die zwei ja an Professionalität nicht zu überbieten, aber ein Pub auffinden – naja! Da müsst Ihr noch üben!!

Am Sonntag stand dann nach einem herrlichen Frühstück das Grossereignis Heliskiing auf dem Programm. Zuerst sind Jan und Jean-Paul und die abgehärteten Teilnehmer mit Heli zum Wildhorn geflogen und haben die Gegend aus der Vogelperspektive begutachtet. Wäre es nicht gut gewesen, so hätten unsere Guides Plan B aus der Tasche gezogen. Einfach super. Der Rest der Gruppe kam mit dem zweiten Heli. Nur schon der Flug war gigantisch, eine Fernsicht wie im Bilderbuch und die Landung auf dem Wildhorngipfel spektakulär.

Obwohl der Wind stark und eisig war, musste doch noch ein Gipfelphoto gemacht werden und die fernen und nahen Gipfel bestimmt werden. Auch vom Wildhorn aus sieht man all die schönen Hausgipfel. Nun konnte es also losgehen. Der Schnee war trügerisch. Überall türmten sich kleinere und grössere vom Wind geformte Schneewellen auf, die einmal durchfahren werden konnten und sich ein andermal als richtig harte  Buckel in den Weg stellten. Da es unsere erste Abfahrt war am Tag, sind wir da noch munter darüber gefegt. Nach dem Gletscher suchten uns Jan und Jean-Paul dann eine Route, da war noch keiner durchgefahren und es war einfach nur Tiefschnee pur – also dä Serge hätte gesagt… so eine Scheisse. Es war einfach hammär güät.

Unterhalb der Wildhornhütte sind wir dann links weg traversiert und haben an der Sonne unseren Lunch genossen. Mit von der Partie war Jonny, ein junger Fuchs, der uns im Stechschritt angepeilt hat und gierig alles Essbare von uns nahm. Wie wohl getrocknete Mangos und Schokokuchen auf die Verdauung eines Fuchses wirken!! Wir waren ja dann weg!! Er kam dann auch sehr nah zu uns ran, es war da nur die Frage, wer jetzt von wem mehr Angst hatte. Auf Youtube kann das Video mit Mirjam bei Ihren Beschwörungskünsten mit dem Fuchs betrachtet werden. Das Video des Winters! Einmalig. Von da sind wir dann mit den Fellen auf das Iffigenhorn, wo wir nochmals einen Blick zurück auf das Wildhorn (3247 m) werfen konnten.

Da wir nun schon tiefer waren, war der Schnee schon etwas schwerer. Am Samstag war Jan noch enttäuscht, weil wir keinen einzigen spektakulären Sturz geboten haben, so haben wir dann am Sonntag gleich eine ganze Serie nachgeholt. Das war aber nicht nur der schwere Schnee, sondern wahrscheinlich auch schon die zwei Tage und die nächtliche Wanderung durch Saanen, die da mitwirkten. Bis zum Schluss wurden wir dann richtig übermütig. Die Mehrheit der Gruppe musste den Sprung über ein Hüttendach ausprobieren. Wir „Vernünftigen“, die etwas weiter unten warteten, liessen uns berichten, dass Katja die Schulter ausgerenkt hätte. Wir sahen sie dann ein paar Minuten später allerdings auch noch  von diesem Dach springen.  Auch die Üsserschwiizer wurden immer mutiger, bis dann halt mal die Skier senkrecht steckten und die Fahrerin einen Salto in den Tiefschnee machte.

Kurz sind wir nach dieser wunderschönen Abfahrt in einer kleinen Beiz eingekehrt und haben uns von einem Taxibus wieder zurück nach Gstaad fahren lassen.

Ein unglaublich schönes Wochenende ging bei Kaffee und heisser Schoko zu Ende. Ein grosses Dankeschön gilt den beiden Bergführern Jan und Jean-Paul, die uns ein Wochenende par excellence geboten haben. Das war hochprofessionell und einfach super und wir haben viel gelacht.

Äs härzlichs Merssi.