Skitour Honiesen (oder Bündihorn) 2'454m, 8.3.2014

Auch dieses Jahr hat uns Fabian eine wunderschöne Skitour ausgesucht,  auf den Honiesen im Diemtigtal. Ein Tal, das alle noch nicht gekannt haben, ein Skitouren Eldorado im Berner Oberland.

Wir treffen uns um 7.00 Uhr in Spiez am Bahnhof, da wir alle aus verschiedenen Himmelsrichtungen anreisen.

Gemeinsam fahren wir in den hintersten Teil des Diemtigtal. Die Berge im Talkessel sind hoch und Fabian verspricht uns, dass wir zuerst mal 1 – ½ Stunden nur flach laufen werden. Psychologisch hat er die über 3 km laufen nicht schlecht verkauft. Denn alle dachten, dass wir nach 1 ½ Stunden erst mit dem Aufstieg der 1250  Hm beginnen, aber unbemerkt, hatten wir bereits 300 Hm überwunden, so dass unser Ziel, der Honiesen,  gar nicht mehr so unerreichbar schien. Trotzdem, den Gipfel sah man erst ganz zuletzt.

Vor uns sehen wir direkt in das Aufstiegscouloir zum Winterhorn. Eine Tour, die uns nicht mehr loslässt. Lang und steil, aber die Abfahrten, traumhaft. Für  heute nehmen wir es uns etwas gemütlicher. Doch das Winterhorn wäre auch mal etwas für die Hartgesottenen unter uns.

Beim Hinterste Chirel  erreichten uns in diesem tiefen Talkessel die ersten Sonnenstrahlen. Hier machten wir dann auch unsere erste Pause. Von da ging es in angenehm stetiger Steigung im Zickzack den Hang hinauf bis zur Waldgrenze. Unterwegs sehen wir, dass sich schon einige Rutsche gelöst hatten, aber die waren nicht frisch und stellten sich teilweise als massive Schneeblöcke in den Weg. Oberhalb der Waldgrenze dann, öffnete sich der Bergkranz und wir konnten nun erahnen, wo unsere Tour uns hinführt. Doch vorerst machen wir bei einer Alphütte  eine weitere Pause, um uns für die letzten 400 Hm nochmals zu stärken. Wir können bereits einen Skifahrer beobachten, der sich die schönen Linien sucht. Wir haben schon gehofft, er macht ein paar coole Sprünge über die Felsen, doch er umfuhr sie.

Unterwegs brennt uns  die Sonne ganz schön auf den Kopf. Und es geht zeitweise kein Wind. Mehr abziehen ging nicht mehr. Aber der Aufstieg war von der Steilheit sehr angenehm, also nicht noch extra schweisstreibend, auch wenn die eine oder andere Spitzkehre gemacht werden musste.

Dann nach langem Aufstieg präsentiert sich uns der Gipfel, aber oho, da waren bereits viele andere Leute, die den kürzeren Aufstieg von Norden her gemacht haben. Unglaublich imposant dieses Gipfelpanorama aber auch die Weitsicht bis zum Brienzersee.

Auf dem Gipfel kein Lüftchen, so dass wir es uns zum Essen und Trinken bequem machen konnten. Beim Aufstieg bemerkten wir, dass der Schnee noch stark gedeckelt war und im Gipfelhang schauten überall Steine heraus, so dass uns Fabian ermahnte, wirklich vorsichtig und defensiv zu fahren. Ein paar Kratzer konnten wir dennoch nicht verhindern.

Da wir nicht so lange warten wollten, bis der Schnee etwas weicher war, hat Fabian entschieden, dass wir nicht die gleiche Route hinunterfahren wie wir hochgestiegen sind. Im Nordhang wartete ein Leckerbissen auf uns. Traumhafte steile Hänge (endlich mal 38° Hänge  fahren), allerdings war Können gefragt. Der Schnee war schwer und ein Sturz wäre nicht so gut gewesen. Aber wie so üblich bei unserer Mannschaft, sobald es ans Powdern geht, steigt die Stimmung und keiner konnte sich das Jauchzen unterdrücken. Obwohl Fabian uns immer noch vor bevor stehendem Sulz warnte, hatten wir wirklich nur 2-3 kurze Stellen, die uns bremsten, der Rest war einfach immer noch toller Schnee.

Auf dem Gipfel hatten uns ein paar Tourengänger verraten, dass es im Restaurant Hirschen ganz feine Crèmeschnitten gibt. Da uns Fabian in der Tourenwoche auf der Prosecco Hütte immer wegen der Crèmeschnitten in den Ohren lag, war es einfach, alle zu überzeugen, dass wir genau da hingehen und uns als Tüpfelchen auf dem i einen Dessert leisteten. So haben wir einen wunderbaren Tourentag mit diesen köstlichen Süssigkeiten  gekrönt.

Eine Hammertour, in einer wunderschönen Tourengegend. Vielen Dank Fabian für Deine tolle Vorbereitung, Auswahl und Führung.