Patrouille du Louwitor oder Sulztour im Lötschental
(7. April 2018)

Auf dem Jahresprogramm stand etwas von einer Sulztour im April – diese hatte ich mir vorgenommen und in meiner Agenda eingetragen. 10 Tage vor der Tour wurde ich unverhofft zum  Organisator dieser Tour und so konnte ich die Route selber auswählen. Wir trafen uns am frühen Samstagmorgen zu dritt in der SBB in Visp. Michi und Georg schlossen sich dieser ÖV-Tour an – nicht weniger als neun Mal sollten wir heute das Transportmittel wechseln. Beim Umsteigen in Spiez konnte man schon einige bekannte Gesichter entdecken – daneben hatte es aber auch noch hunderte Gleichgesinnte! Kein Wunder, es war schliesslich ein herrlich sonniges Wochenende angesagt.

Nachdem Georg seine Schwierigkeiten mit dem Online-Billet lösen konnte, waren wir bis 50 Meter vor Lauterbrunnen voll im Plan. Wir hatten bereits den Rucksack wieder aufgeschnallt und die Skier in den Händen um gleich auszusteigen, als der Zug einen abrupten Stopp einlegte. Dieser verflixte Zug liess sich nun nicht mehr in die Vorwärtsbewegung bringen, so dass wir wieder rückwärtsfahren mussten und um uns vom nächsten Zug überholen zu lassen. Nach langem hin und her erreichten wir den Bahnhof Lauterbrunnen schliesslich eine ganze Stunde später – meine ganze Reserve, die ich in der Tourenplanung einberechnet hatte, war schon im Eimer.

Auf der kleinen Scheidegg fand dieses Wochenende das Snowpenair statt – kurze Zeit überlegten wir uns, hier zu bleiben und uns ein paar Drinks gegen den Frust zu genehmigen und die Tour hier etwas anzupassen. Aber soweit liessen wir es nicht kommen. Angekommen auf dem Jungfraujoch verloren wir wenig Zeit um den richtigen Ausgang des Tunnellabyrinths zu finden. Es herrschte hier bereits Hochbetrieb bei warmen Temperaturen. Um halb elf Uhr begann endlich unsere Skitour – zunächst mit einer kleinen Abfahrt an den Fuss der Jungfrau.

Im riesigen Aletschgebiet verteilten sich die vielen Leute rasch in alle Himmelsrichtungen, so dass wir einen angenehmen stündigen Aufstieg zum Louwitour bewältigen konnten. Oben angekommen, begrüsste uns eine dicke Nebelschwade – die hatten wir nicht bestellt und schickten sie auch rasch wieder aus unserem Blickfeld. Der Rest des Tages verbrachten wir bei herrlichstem Frühlingswetter in fantastischer Berglandschaft. Dank des vielen Schnees konnten wir eine tolle Abfahrt vom Louwitour geniessen. Bevor wir auf die Skitourenautobahn Konkordiaplatz – Lötschenlücke einschwenkten, montierten wir zum zweiten Mal unsere Felle.

Zu dritt kamen wir ganz flott voran und überholten seit unserem Start Gruppe um Gruppe. Auf der Lötschenlücke genehmigten wir uns ein kleines Pic-Nic, beobachteten einen spektakulären Wächtenbruch am Aletschhorn und erfreuten uns an der bevorstehenden langen Abfahrt über den Langgletscher. Bei dieser Abfahrt war nun Sulz angesagt: Das Versprechen auf dem Jahresprogramm wurde somit erfolgreich eingelöst! Mit herrlichen Schwüngen zeichneten wir unsere Spuren in die breiten Hänge im hintersten Lötschental. Der Winter wird hier noch eine ganze Weile vorherrschen. Auf den Dächern der Fafleralpe sind noch über ein Meter Schnee aufgetischt.

Die letzten Meter bis an die Barriere bei Blatten spulten wir auf der gepisteten Strasse ab. Zwei urchige Lötschentaler begrüssten uns in Blatten. Im Gegensatz zu uns waren sie gar nicht froh über den vielen Schnee, welcher immer noch rund um ihre Häuser lag. Wir genehmigten uns nun ein verdientes Apéro mit Walliser Platte – schliesslich hatten wir den morgendlichen Rückstand fast wieder aufgeholt. Per Postauto und Bahn fuhren wir nun wieder heimwärts und komplettierten so unsere ÖV-Tour. Vielen Dank an Georg und Michi für die tolle Begleitung bei unserer „Patrouille du Louwitor“: 25 Kilometer Distanz, ca. 650 hm Aufstieg, 2576 hm Abfahrt und das alles in vier Stunden!

Die Abwesenden haben definitiv etwas Feines verpasst – das nächste Rendezvous für diese Tour hat sich Michi in 15 Jahren vorgenommen….