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Skitour zum Brudelhorn

von Philippe Chanton

vom 06.03.05

 

Pulver gut im Goms

Unsere Ausflüge ins Goms pflegen zu richtigen Völkerwanderungen auszuarten. Nicht weniger als 23 Teilnehmer fanden sich am frühen Sonntag morgen vor dem SAC-Depot in Zaniglas ein. Nachdem wir im letzten Jahr das Blashorn in Beschlag nahmen, führte unser Weg in diesem Jahr Richtung Brudelhorn. In Geschinen mussten wir erst einmal die breite Loipe des gleichentags stattfindenden Gommerlauf überqueren, bevor unsere lange Karawane so allmählich in den tiefverschneiten Gommerwald eintauchte. Unendlich schien dieser Waldweg – eine Kurve hängte sich an die andere bevor wir endlich auf der xxx-Alpe ankamen und unsere erste Pause genossen. Bereits hier konnten wir erfreut feststellen – es hat Pulverschnee und das nicht zu knapp!
Die nächste halbe Stunde verbrachten wir mit einer Spitzkehrübung, was auch entsprechende Kommentare auslöste und einige zu Alternativspuren veranlasste. Aber eben, auch Spitzkehren müssen geübt werden und für einige war diese Übung sicher nicht schlecht ;-)

Oberhalb der Waldgrenze eröffnete sich uns eine weite, weisse Landschaft umrahmt von der Sonne welche sich sehr schüchtern durch die Nebeldecke zeigte. Schimmernde Schneeflocken und vorbeiziehende Nebelschwaden verzauberten unseren Aufstieg eine wunderschöne Winterlandschaft mit einer mystischen Stimmung. In verschiedenen Gruppen erreichten fast alle das Plateau unterhalb des Brudelhorns. Der Gipfel war heute nicht machbar, zuviel Neuschnee hatte sich beim Schlussanstieg angesammelt. Nun, so genossen wir unsere hochverdiente Mittagspause auf diesem Schneerücken bevor uns aufkommender Nebel und „en schniijundi Guxa“ zum Aufbruch zwangen. Phantastische Verhältnisse fanden wir nun vor – super schöner Pulverschnee in tollen Hängen – einfach genial. Doch aufgepasst, einige Steine waren nur knapp mit Schnee bedeckt, was einige von uns etwas zu spät bemerkten. Doch neben einigen neuen Kratzern in den Skis, Schnee in den Unterhosen und weissen Mützen kamen doch alle heil hinunter bis in den Wald, wo nun das Stangenfahren und Schanzenspringen seinen Anfang nahm.

In diesem Wald verflüchtigten sich bei einigen die Moral und die Kraft, bei anderen die Skis im hüfttiefen Schnee, was uns eine längere Ski-Such- Übung einbrachte. Es ist schon interessant wie lange man einen roten Ski im weissen Schnee suchen kann. Die verschiedensten Techniken wurden angewandt: Skistock-Sondieren, Ski-Sondieren, Lawinenschaufel, usw... z’Dami war schlussendlich der glückliche Gewinner des Such-Wettkampfs. Nach dieser Übung waren wir uns einig – zukünftig kaufen wir noch Skis mit eingebauten Barryvox! Und weiter gings. Die JO-Jungs liessen dabei keinen Baumstumpf und Stein aus, über welchen man nicht noch einen Jump wagen konnte. Mir gingen beim Zuschauen manchmal ganz bös die „Griemen“ (es gibt wohl keinen besseren Ausdruck hierfür), aber schlussendlich kamen alle heil und mit beiden Skis in Geschinen an. Eine schöne Skitour nahm sein Ende – es wird sicher nicht die letzte aufs Brudelhorn gewesen sein. Ein grosses Merci an unsere Organisatorin Mathilde, an unseren Bergführer Kusi und unseren Spurer Jonas.

 

Photos von Serge + Philippe