Klettersteig Daubenhorn (5. Juli 2015)

Entweder wissen die Zaniglasini, dass der Klettersteig aufs Daubenhorn lang und anstrengend ist oder sie hatten schlicht keine Lust, bei diesen hohen Temperaturen in der prallen Sonne zu klettern. So kam dann nur eine Minigruppe bestehend aus Marlies, Dorothée und Adi zusammen. Das machte uns jedoch flexibel und wir waren zeitlich sehr gut unterwegs.

Da die erste Bahn auf die Gemmi erst um 8.00 Uhr fährt, entscheiden wir uns, von Leukerbad zu Fuss zum Einstieg zu laufen. Das waren 5/4 Stunden bei bereits recht warmen Temperaturen, so dass wir um 7.30 Uhr den Einstieg in den Klettersteig starteten.

Die Wände hoch zur Gemmi und zum Daubenhorn sind steil und sehen sehr imposant aus. Dementsprechend kann man sich fast nicht vorstellen, dass man hier hochklettern kann. Der Steig ist zum Teil sehr ausgesetzt und hat zwischendurch immer kürzere Passagen, wo wir auf kleinen Wegen hochsteigen. Allerdings muss man sich sehr oft am Stahlseil hochhangeln (schöne Klettertechnik adé). Zwischendurch sind Leitern, die von ganz steil bis fast leicht überhängend installiert sind. Da sichern wir uns immer wieder, um unsere Arme zu erholen.

Wir sind davon ausgegangen, dass wir ca. 6 Stunden nur für den Klettersteig benötigen. Umso grösser war unsere Freude, als wir schon bald die Mitte - eine überlebensgrosse Schweizer Fahne auf dem Fels - passieren. Es sind noch ein paar heikle Passagen vor uns, doch je länger wir am Klettern sind, desto mehr gewinnen wir das Vertrauen, dass wir es schaffen. So meistern  wir am Schluss auch noch die Schlüsselstelle. Zwischendurch werden wir noch in einer Höhle mit kaltem Wasser geduscht. Für mich eine willkommene kühle Abwechslung, Adi und Marlies hingegen schätzten es nicht so. Dementsprechend die Grunzlaute und die Ahhs und Ohhs.

Adi führte unsere kleine Gruppe sehr professionell und einfühlsam an. Er informierte stets, was auf uns zukommt. Zur Sicherheit hätte er noch ein Seil mitgehabt. Aber das haben wir dann letztendlich doch nicht benötigt. Einen letzten Aufschwung über Eisenstifte und dann eine Querung zum Gipfelaufschwung und dann eine letzte fast überhängende Leiter.... Und wir haben es geschafft. Wir sind in gut 6 Stunden von Leukerbad auf dem Daubenhorn angelangt.

Jetzt spüren wir unsere Glieder und vor allem haben wir jetzt richtig Hunger. Nach einer kurzen Pause jedoch mahnen uns aufkommende Wolken, dass schon bald ein Gewitter kommen könnte. Der Abstieg ist sehr geröllig und eigentlich nicht schön. Zwischendurch erleichtern uns ein paar Schneefelder den Abstieg. Auf der Talsohle angelangt, gilt es dann zur Gemmi zu marschieren und das zieht sich hin. Dann plötzlich ein Wolkenbruch und wir rennen, um schneller ans Ziel zu kommen. Am Schluss schleppt mich Adi hoch bis zum Restaurant, wo wir uns eine Erfrischung und etwas Stärkung gönnen.

Vielen Dank Adi, das war ein erlebnisreicher Sonntag und uns sehr Spass gemacht.