Hochsommertour auf den Mont Blanc de Cheilon
(4. und 5. August 2018)

Mitten in der grössten Sommerhitze, als alle nach ein bisschen Abkühlung in den hohen Bergen lechzten, bot die Ortsgruppe St. Niklaus eine vielversprechende Tour auf den fast 4000 Meter hohen Mont Blanc de Cheilon (3870m) an.

Den Aufstieg zur Cabane des Dix mussten wir uns hart verdienen. In fast tropischer Hitze überquerten wir den Pas de Chèvres und den Glacier de Cheilon bis zur Sektionshütte. Für einmal nicht im Wettkampffieber der PDG sondern mit kurzen Hosen, oben ohne und viel Sonnencrème.

Die Hütte war bis auf den letzten Schlafplatz voll. Wir waren nicht die einzigen auf der Suche nach Abkühlung. Das Hüttenteam nahm dies gelassen und leistete trotz Hektik einen perfekten Service mit gutem Essen. Jean-Paul drängte auf einen frühen Start, da der Sonntag wieder mit hohen Temperaturen aufwartete. Er schlug denn auch sofort ein zügiges Tempo an; es sei ja schliesslich keine Wellnesstour…

Die Anstrengung und das frühe Aufstehen haben sich jedoch sehr gelohnt. Wir wurden auf dem höchsten Gletscherpunkt von einem wunderbaren Sonnenaufgang entschädigt und konnten fast ohne einzusinken über den Gletscher laufen. Der Klimawandel zeigt deutliche Spuren. Der Gletscher war um 7:00 Uhr bereits sehr weich und an einer Stelle mussten wir eine äusserst abenteuerliche Gletscherbrücke überschreiten. Mit vorsichtigen Schritten und ohne zu atmen kamen alle sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmer sicher hinüber.

Die Gratkletterei im Ostgrat bis auf den Mont Blanc de Cheilon sieht, von unten betrachtet, sehr ausgesetzt und steil aus. Ist man jedoch im Felsen drin, hat es viele gute Griffe und die Kletterei ist übersichtlich und entspannt. Die einzige Abseilstelle war „Fun Faktor“ pur und wir hatten alle jede Menge Spass und erreichten den Gipfel nach fünf Stunden.

Der Abstieg über den Westgrat bis hinunter zur Cabane des Dix war endlos und die Temperaturen stiegen zusehends an. Als wir endlich wieder den Pas de Chèvres erreichten, waren unsere Wasservorräte und Energiereserven schon fast am Ende. Nach dem letzten Abstieg und elf Stunden bestellten wir in Arolla die grössten Biere die es gab und liessen die tollen Tage bei gutem Essen ausklingen.

Ein Dank dem Bergführer und den beiden Seilführern die uns alle sicher über den Grat führten.