Freeride weekend in Andermatt (2. / 3. Februar 2013)

Bei dreckleidem Wetter wird frühmorgens in Zaniglas gestartet. Einige haben vergebens gehofft, dass das erlösende SMS kommt und das Wochenende abgesagt wird. Nichts mit Ausschlafen. Im Nachhinein hätten wir es allerdings bereut, denn keiner hätte gedacht, dass wir so ein tolles Wochenende erleben werden.

Jan und Angelina haben einmal mehr gezeigt, dass sie auch bei schwierigen Bedingungen ein super Freeride Wochenende bieten können. Die Verhältnisse waren sehr kritisch und Jan liess sich nicht aus der Ruhe bringen und führte uns zusammen mit Angelina sicher durch Andermatt’s Freeride-Hänge. Da die Gemsstockbahn nur in der ersten Sektion offen war, haben wir uns mit diesen Hängen begnügt, das war aber für den ersten Tag mehr als genug. Der Schnee war super und wir fanden traumhaft schöne Abfahrten, die zwar einiges von uns forderten, vor allem weil die Sicht sehr schlecht war. Wir wurden zum Teil massiv von Gräben und Buckeln überrascht, weil einfach alles im Weiss versank. 

Am Anfang wurde fleissig geholzt. Die einen haben die Sträucher einfach in rasendem Tempo durchquert, die nächsten eingehängt, so dass sie die Pirouette machten und eine hat sich mit Pippi Langstrumpf verwechselt und hing in einem Strauch fest und benötigte eine Rettungsaktion. Angelina meinte dann auch, wettigi Gruppa, die einen hängen mit den Skis ein, die andern fallen in Bachbetten (Gott sei Dank, dass ihm so etwas nie passiert!!) und die nächsten verirren sich in die Stauden. Manchmal gaben wir ein Bild ab wie auf einem Schlachtfeld! Mindestens die Hälfte lag im Tiefschnee und buddelte sich vergebens wieder aus den Massen, so dass die anderen zu Hilfe eilen mussten. Wir wurden dem Namen Variantenfahren in vollem Umfang gerecht.

Der Schnee war teilweise sehr tief und schwer, so dass man aus einer flotten Fahrt von einem Moment auf den anderen wie einbetoniert stecken blieb. Manch einer hat dann auch den Mund voller Schnee gekriegt. Doch das Lachen ist uns allen nicht vergangen. Vor allem dann nicht, wenn dann auch einer der grossen Könner einen Salto durch den Schnee machte und sein Material, das weit herum verstreut war, zusammen suchen musste.

Die letzte Abfahrt am Samstag haben dann die Topfahrer unter sich ausgemacht und der Rest der Gruppe hat es sich bei Musik, Schnupf und Apéro in einer Bar in Andermatt gemütlich gemacht. Hier sind dann auch Katja und Petschi zu uns gestossen, um den Sonntag mit uns zu verbringen. Für den Abend hat uns Jan einen Tisch in einer gemütlichen Beiz für das Nachtessen reserviert, wo wir es uns dann so richtig wohl ergehen liessen.

Die einen machten einen frühen Abgang, wohlwissend, dass der Sonntag nochmals alles von uns abverlangt. Ein paar wollten noch das Nachtleben von Andermatt erleben. Das Aufstehen am morgen machte Ihnen dann sichtlich Mühe.

Über Nacht hatte es nochmals Neuschnee gegeben und vor allem blies weiterhin ein stürmischer Wind. Die Gemsstockbahn hatte weiterhin ihren Betrieb auf den Gipfel eingestellt, jedoch nach erfolgten Sprengungen wenigstens noch die oberen Skilifte aufgemacht. So konnten wir neue Abfahrten ausprobieren. Mal so ohne Sträucher zu fahren, einfach in der Falllinie, traumhaft. Doch der tiefe Schnee war immer noch tückisch, wenigstens die Sicht ein wenig besser. Die Sonne, die auf 10.00 Uhr angekündigt war, zeigte sich dann just um 15.30 h als wir wieder bei unseren Autos waren.

Jan meinte allerdings, dass das nur eine Sache der richtigen Brille sei. Er hätte den ganzen Tag Sonne gehabt.

Jeder hätte uns für verrückt erklärt, dass wir uns bei diesen Witterungsbedingungen zu einem Wochenende zusammen getroffen haben. Aber wir gehören gemäss Zählung von Angelina eh zu den nicht ganz normalen. Trotzdem, wer nicht gekommen ist, ist vielleicht normal, aber hat viel verpasst. Ein tolles Weekend mit schönen Erlebnissen, spektakulären Stürzen und ebensolchen Sprüchen.

Vielen Dank an die Bergführer für die sichere Führung. Wir hatten sehr viel Spass.