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Führertour auf den Alphubel

von Rachel Ruff

vom 30.04 / 01.05.2005

Kameradschaft am Berg


Teilnehmer: Bärtschi, Jan, Philippe, Serge, Arnd, Rachel, Myriam, Claudia, Elsbeth, Beat, Sandrine

es versprach ein wunderschönes wochenende zu werden. herrliches frühlingswetter war angesagt. und so starteten wir gut gelaunt am samstag den weg zur täschhütte. sehr viel schnee lag in den unteren lagen nicht mehr. trotzdem konnten wir nicht bis zur täschalpe fahren, mussten aber immer wieder unsere skis tragen. doch dies liess unsere gute laune nicht trüben. es wurde aber für mich ein recht „nahrhafter“ aufstieg und ich hatte erste bedenken, ob dem langen weg am sonntag.

am abend fühlte ich mich nicht wohl. ich hatte kopfschmerzen und es wurde mir übel sobald ich etwas ass. so wurde ich meinem ruf als randeji (die ja bekanntlich viel und gerne essen) nicht gerecht und ass wie ein vögelchen. ich wollte mich nicht auf ein experiment einlassen und schlug die kügelchen von claudia aus und nahm statt dessen eine dafalgan. schliesslich wollte ich doch unbedingt auf diesen berg..... die kopfschmerzen liessen etwas nach und ich verspiess einige von elsbeth`s feinen biskuits und ging früh schlafen.

am anderen morgen war um 4 uhr tagwache. noch immer brachte ich kaum etwas in meinen magen, sonst fühlte ich mich aber gut. ich war froh, dass bärtschi uns ein gemütliches, kräftesparendes tempo versprochen hatte. tja, aber ganz so gemütlich wars für mich dann allerdings nicht. wir waren noch keine stunde unterwegs, als ich mir insgeheim sagte: „diesen gipfel wirst du heute wahrscheinlich kaum sehen...“ doch ich sollte an diesem tag eine beispiellose solidarität erleben:

ich konnte das tempo nicht mehr mithalten und fiel zurück. philippe, der den schluss machte nahm mir dann aber den rucksack ab. der grösste teil der gruppe wartete auf uns, elsbeth streckte mir stillschweigend ein traubenzucker hin, aufmunternde worte und weiter gings. endlich erreichten wir das joch. „so“, dachte ich mir „dass wär`s dann.“ (man kann sich ja nicht den rucksack tragen lassen und dann noch auf den gipfel wollen) aber oho: „sicher kommst du auf den gipfel“ meinte philippe „wir essen jetzt etwas, und dann gehen wir alle zusammen weiter.“ gesagt getan. mein rucksack blieb im joch und die sachen, die ich brauchte wurden aufgeteilt. so stieg ich hinter philippe den berg hoch. ich fühlte mich kraftlos und die skis wurden immer schwerer. das letzte steile stück wurde ein beachtlicher kampf. ganz langsam lief ich schritt um schritt vorwärts, philippe geduldig voraus. das gefühl, dass mich dann regelrecht überkam, als wir endlich die kuppe erreichten, und ich ins mattertal blicken konnte, ist kaum zu beschreiben. ich war den tränen nahe..... auf dem gipfel waren die mühen schnell vergessen und die sinne wieder offen für die atemberaubende bergwelt bei strahlend schönem wetter.

die abfahrt konnte ich sogar noch geniessen. ich bin ein lausiger tiefschneefahrer, und das hinunterfahren ist für mich meist stress. doch die firnhänge bereiteten mir richtig spass. (auch wenn die beine recht müde waren). dann kam noch der übliche kampf mit dem schneemangel, aber wir kamen alle heil und glücklich wieder in täsch an. bei einem kühlen drink in froher runde liessen wir dann diese phantastische tour ausklingen.

es war für mich ein unvergessliches erlebnis. die kameradschaft, die ich auf dieser tour erleben durfte, hat mich sehr beeindruckt. ich möchte allen teilnehmern vielmals danken. speziellen dank hier auch an bärtschi, der die tour geleitet hat und unserem tourenchef philippe.

es war spitze!

Fotos: Serge Schnidrig