Seniorentour Magehorn

von Philippe Chanton

vom 11. April 2010

 
Mit Simpiler Chruchtele zum Skigasmus

Die Seniorentouren unserer Ortsgruppe zeichnen sich oft dadurch aus, dass wir eine gemütliche Tour auf einen einfachen Gipfel planen und schlussendlich eine kurzfristige Alternative mit zusätzlichem Spektakel bekommen. Die gemütliche Tour wäre im Val d’Anniviers geplant gewesen, das Spektakel fand dann auf dem Simplonpass statt. Ausserdem muss an diesem April-Sonntagmorgen in Grächen ein furchtbares Wetter geherrscht haben. Das ist unsere einzige Erklärung für die kurzfristige Absage der 3 Damen unterhalb der Hannigalp. Der eine oder andere Zweifel geisterte aber auch den 8 Teilnehmern durch den Kopf während der Fahrt auf den Simplonpass. Beim Treffpunkt vor dem Hospiz schimmerten jedoch schon einige blaue Flecken und weisse Gipfel durch den Nebel.

Beim Parkieren der Autos neben dem alten Spittel verflüchtigten sich nun auch die letzen Schwaden und somit auch unsere letzten Zweifel – das Magehorn war definitiv unser Ziel. Das angesprochene Spektakel liess nicht lange auf sich warten. Unser Organisator Damian wählte die ambitionierte Aufstiegsvariante „direttissima“. Die Harscheisen waren schon bald unsere besten Freunde und erleichterten unseren Zickzack-Aufstieg. Den Gruppenersten verliehen die Harscheisen sogar Flügel – oder wollten diese heimlich für die kommende Patrouille des Glaciers trainieren?

Auch im flacheren Gelände setzen wir heute die italienische „Schaf- und Geisstaktik“ ein. In breiter Formation und mit ausgiebigen Diskussionen näherten wir uns dem Magehorn. Ein letzter Kontrollblick auf die Tourenkarte und schon bald standen wir am Fusse unseres Tageszieles. Auf dem Übergang zum Nanztal war Schnee eher eine Rarität. Der Gipfelhang zum Magehorn war übersät von mit Raureif verzuckerten Matten. Die milchig scheinende Sonne verwandelte die Umgebung in eine herrlich glitzernde Landschaft. Unsere Schnellstarter hatten sich womöglich doch zu stark verausgabt, die letzen Fussmeter auf den eigentlichen Gipfel schafften sie nicht mehr.  

Die 5 Gipfelstürmer genossen den komplett windstillen Rundblick. Unsere Gedanken gingen nun nach Grächen, wo die drei Damen bestimmt noch immer einen der 66.5 Schlechtwettertage genossen. Wir genossen schon bald die Abfahrt. Vor ein paar Jahren hat die Ortsgruppe Brig einen interessanten Beitrag in der Seilschaft über die Simpiler Chruchtele geschrieben. Heute konnten wir diese auch einmal geniessen. Das diese Schneeverhältnisse nicht nur kulinarische Gedankengänge auslösen sondern sogar zu einem Skigasmus führen können, war zudem eine ganz neue Erfahrung.

Oben hart und unten weich, mit einer kurzen Sulzschneepassage zwischendurch – so in etwa könnte man die Abfahrt zusammenfassen. Viel später hätten wir die Schlusshänge nicht mehr befahren dürfen, zu stark weichte die Frühlingssonne diese Hänge bereits auf. Schon vor 11h00 fanden wir unsere Autos vor dem alten Spittel wieder – nun aber mitten im „Gätsch“. Zum Glück liess uns Franz trotz schmutzigen Schuhen noch in sein neues Auto steigen, so dass wir auf dem Simplonpass bei einer gemütlichen Apéro-Runde die Sonne geniessen konnten. Ein herzliches Dankeschön unserem Präsidenten und Organisator Damian Gitz und einen sonnigen Simplon-Gruss ins graue Grächen…

Weitere Photos < unter diesem Link >

Teilnehmer:

Damian Gitz
Ami Biner
Marlies Biner

Priska Dellberg
Carmen Pfammatter

Beat Schnidrig
Franz Andereggen
Philippe Chanton