50 Jahr Jubiläum - eppis zum fiiru...

Abspaltung von der OG Brig

Anno 1969, am 25. April um 20h00 trafen sich 15 Bergbegeisterte im Restaurant Walliser Keller in St. Niklaus zur Gründungsversammlung des SAC Zaniglas.

Folgende Personen nahmen daran teil: Studer Josef(+), Sarbach Raymond, Zurbriggen Walter(+), Blaser Hans(+), Pollinger Arthur(+), Pollinger Anton(+), Götze Klaus, König Fredy(+), Biaggi Carlo(+), Lochmatter Arnold(+), Imboden Viktor(+), Gruber Gabriel(+), Chanton Beat, Fux Konrad und Schnydrig Walter(+).

Es wurde dabei beschlossen eine eigene Ortsgruppe zu gründen mit vorübergehend administrativem Verbleib in der Ortsgruppe Brig. Folgendes provisorisches Komitee wurde gewählt: Blaser Hans (Präsident), Brigger Kurt (Vize), Zurbriggen Walter (Aktuar), Studer Josef (Kassier), Sarbach Raymond (Tourenchef), Fux Konsti (Beisitzer).

Als Anektode sei erwähnt, dass der erwähnte Vize-Präsident Kurt Brigger aus Grächen gar nicht angefragt wurde und demnach das Amt auch nicht annahm.

Bis 1970 blieb die Ortsgruppe St. Niklaus noch eine Untergruppe der Ortsgruppe Brig, so dass das eigentliche Gründungsjahr unserer Ortsgruppe auf 1970 fixiert wurde. Als Clublokal wurde das Restaurant Walliser Keller bestimmt. Jeweils am Freitag vor jeder Bergtour fand dort anschliessend die Tourenbesprechung um 20h00 statt. Das Tourenprogramm für den Sommer 1969 sah folgende Aktivitäten vor: Balfrin, Gletschhorn Südgrat, Weissmies, Jägigrat, Brunegghorn, Raclette-Bummel auf der Moosalpe und ein Unterhaltungsabend im November....

 

Benjamin der Monte Rosa Familie

1984 wurden die Statuten der Ortsgruppe St. Niklaus überarbeitet. Diese Version ist im Übrigen noch heute gültig. Zu diesem Anlass hat der damalige Aktuar Fredy König den folgenden Begleittext geschrieben:

Wenn wir das Rad der Zeit einmal zurückdrehen bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts, als in den Walliser Tälern allmählich der Tourismus aufkam, finden wir schon bald grosse Namen aus unserem Dorf in der Geschichte des Alpinismus.

An der Spitze der Pioniere des Bergführertums: Peter-Josef Knubel, geb. 1847, Josef-Marie Lochmatter, geb. 1833, Alois Pollinger, geb. 1844. Je länger je mehr kam dem Tourismus in unserer Gemeinde grosse Bedeutung zu, und neben der Landwirtschaft wurde der Fremdenverkehr zur wichtigsten Erwerbsquelle. So war es auch naheliegend, dass immer mehr Männer den Bergführerberuf ausübten, und kaum eine andere Gemeinde im ganzen Alpenraum hat eine so grosse Zahl tüchtiger Führer hervorgebracht. Dass diese Männer schon damals einen guten Ruf besas­sen, beweist die Tatsache, dass sich z. B. E. Whymper öfters in St. Niklaus aufhielt. Josef Imboden, geb. 1840, war z. B. der erste Schweizer Bergführer, der einen Gip­fel im Himalaya bezwang. Franz Lochmatter, geb. 1874, Sohn des Josef-Marie, von dem C. W. Young schreibt: «Der Grösste der Bergler, der Nobelste der Freunde», be­stieg in den Alpen so ziemlich alles, was es zu besteigen gab. Überdies beteiligte er sich an vier Expeditionen ins Himalayagebirge, wobei die längste fast anderthalb Jahre dauerte.

Seit diesen Pionierzeiten hat sich einiges verändert. Die Bahnlinie, seit 1891 bestehend, wurde in den dreissiger Jahren durch die Strasse ergänzt. Auch in dieser Zeit übten noch viele Männer, meist Nachkommen der Pioniere, den Bergführerberuf aus. Nach dem zweiten Weltkrieg, im April 1947, wurde das Grand Hotel von St. Niklaus von der Scintilla AG in einen Fabrikbetrieb umfunktioniert. Damit hatte die Industrie Einzug in unser Dorf gehalten. Nebst den vielen Zaniglasern, die in Zermatt und in Grächen und übers ganze Land verstreut einer Arbeit nachgingen, fanden in der Fabrik bis zu 350 Personen Arbeit. Auch einheimische Unternehmer brachten, dank ihrer Tüchtigkeit, Verdienst und Wohlstand ins Dorf. Kraftwerk- und Strassenbau ersparten zahlreichen einheimischen Arbeitskräften den Gang in die Fremde.

Die Auswirkungen des modernen Lebensstils machten sich schon bald bemerkbar. Die Dorfvereine, wie Theater, Musik, Gesang, religiöse Vereine, Skiklub, Schwingklub, Fussball und Tennis, bieten jedoch Zerstreuung vom Alltag. Von den vielen Naturverbundenen und Bergfreunden schloss sich bald ein Häuflein, das bis auf 34 Personen anwuchs, der OG Brig an. Seit 1970 nun steht die OG St.Niklaus auf eigenen Beinen. 1971 wurde die JO gegründet. In den Jahren um die Jahrhundert­wende, als noch ca. 50 Männer aus unserem Dorf den Bergführerberuf ausübten, hätte sicher niemand an die Gründung eines Vereins von Bergfreunden gedacht; damals war das Bergsteigen noch Broterwerb - knochenharte Arbeit, die leider auch ihre Opfer forderte. Zwischen 1876 und 1933 verunglückten 11 Führer von St. Niklaus. Alle zusammen waren sie Wegbereiter für unsere OG, durch welche die meisten unserer Bergtouren organisiert werden.

Wenn auch wir Älteren etwas bequemer sind und unser Wohlstandsränzlein uns oft etwas anhängt, so brauchen wir uns doch keine Sorgen um die Zukunft der OG zu machen. Vermehrt erwerben sich wieder junge Leute das Bergführerpatent. Einer dieser Führer aus unserer OG hat an einer Besteigung im Himalaya teilgenommen. Unsere Burschen aus der JO haben den Kilimandscharo erklommen und sind fast jedes Wochenende in unserer Bergwelt unterwegs. Eine Expedition nach Nepal wird bereits wieder geplant. Die Zeit der Pioniere ist vorbei, mögen jedoch unsere jungen Lochmatter, Knubel, Pollinger, Fux, Schnidrig und wie sie alle heissen, ihren berühmten Vorfahren nacheifern. Es ist doch ein Glück für uns, dass wir auf den Routen unserer Ahnen der Hektik unserer Zeit immer wieder für einige Stunden entrinnen können, um uns in den Bergen des wundersamen und geheimnisvollen Waltens der Natur bewusst zu werden.

 

Gipfelkreuz auf dem Gabelhorn

Während vielen Jahren zwischen 1988 und 2005 krampfte sich jeweils am 1. August eine Gruppe von unverwegenen, traditionsbewussten und vielleicht auch ein bisschen verrückten Berggängern, schwer mit Holz beladen, gegen das Zaniglaser Gabelhorn. Vielen Einheimischen und Gästen in Grächen, Zaniglas und Umgebung war das traditionelle Höhenfeuer am Nationalfeiertag ein schönes Schauspiel, welches nicht wegzudenken war.

Die Erstbesteigung dieses Berges geht auf den 13. August 1904 zurück. Seit dem Jahre 1988 prangt ein prächtiges Gipfelkreuz auf der höheren der beiden Gabeln. Nur, wer kommt bloss auf diese verwegene Idee auf diesem sehr schwer zugänglichen und ausgesetzten 3'136 Meter hohen Felsen ein Kreuz aufzustellen? Einer der damaligen Initianten gehörte viele Jahre zu den fleissigen Feuermachern: Franz Gruber. Am 30. Juli 1988, nach 3,5 stündigem „Kreuzweg“ erreichen, Bruni, Kusi, Oliver, Zischgi und z’Bäji (Tino) den Einstieg zum Gabelhorn. Die Vorbereitungen zum „Kreuzzug“ beginnen...

Um halb zwei ist es soweit! Nach fast 6 Stunden steht nun ein ca. 40 kg schweres Kreuz auf dem Gabelhorn. Es ist ein Dankeschön für 17 Jahre unfallfreies Touren der JO-SAC Zaniglas. Auch soll dieses Kreuz unsere Ortsgruppe in den kommenden Jahren von Unfällen verschonen. Am 1. August 1988 startet eine neue Tradition: das Hochfeuer auf dem Gabelhorn .... und es hat sich bis im Jahre 2005 gehalten! Einzig aus dem Jahre 2002 fehlt ein Eintrag im Gipfelbuch. Im Jahre 1998 konnte ebenfalls kein Feuer entfacht werden: das Wetter war schlichtweg zu stürmisch um den Gipfel zu erklimmen.

Nach 2005 wurde es immer schwieriger Mitglieder zu motivieren, sich am 1. August zum Gabelhorn aufzumachen. Ab 2006 wurde demnach dieser Anlass nicht mehr im Jahresprogramm der Ortsgruppe geführt. Seitdem lebt der Mythos vom Gipfelfeuer auf dem Gabelhorn in den Herzen der Mitglieder weiter...

 

Sektionstour 1992 Bordierhütte

Alternierend unter den Ortsgruppen der Sektion werden jeweils zwei Sektionstouren pro Jahr organisiert. 1992 war unsere Ortsgruppe an der Reihe (19./20. Sept.). Als Motto wählten Berni und Raymond "Pflege der Kameradschaft - vom Leman bis zur Furka, von 9 bis 99 Jahren"

Um dieses Ziel zu erreichen wurde für einmal auf grosse Touren verzichtet und an deren Stelle ein "Kehraus Abend" vorbereitet, verbunden mit leichten Touren am Sonntag.

Bei schönem Wetter bildeten sich beim Treffpunkt Schalbetten bald grössere und kleinere Gruppen die den Aufstieg zur Bordier in Angriff nahmen.

Beim Zauber eines herrlichen Sonnenuntergangs füllten sich gegen 17 Uhr die Plätze an den Tischen vor der Hütte und bald einmal vernahm man den sympatischen Klang.....der Gläser. Da blieb keine Kehle trocken, und als unser Präsident Toni die Freundinnen und amis willkommen hiess, tönte es schon recht gut "international".

Es sollte aber noch besser werden. Als Hüttenwart Pius unterstützt von seiner Gehilfin Ursula mit doch recht ungewohnten Vorbereitungen in der Umgebung der Hütte loslegten, konnte man gespannt sein wie das wohl weitergehen sollte? Und siehe, bald präsentierte sich auf der Umgebungsmauer vor der Hütte ein, sage und schreibe, reichhaltiges Salatbuffet und zwischen einigen Gneisblöcken begann es nach herrlichen Grilladen zu duften. In gemütlicher Reihenfolge bewegte sich nun die Runde der Teilnehmer von einer Delikatesse zur Nächsten. Zwischen einem Rinds- Schweins- oder Kalbspiätzli konnte es auch einmal eine Wurst sein. Zum Geschmacksausgleich dazwischen wurde nach Bedarf mit Dôle oder Chianti abgeglichen. Die Sonne hatte sich schon längst in Richtung Atlantik verabschiedet, als ein feiner Dessert unmissverständlich den Schlusspunkt setzte...

Natürlich nur draussen vor der Hütte , denn für den Kaffee war nun in der guten Stube alles vorbereitet. Es kam dann wie es kommen musste bei freundschaftlicher Unterhaltung und frohem Gesang dachte niemand ans Schlafen gehen. Erst in der Geisterstunde wurde es ruhig in der Gegend.

Nach der Tagwacht, die buchstäblich erst bei Tag stattfand, war nun die Reihe an unseren Bergführern Hildebert und Roby. Einer konnte mit einer Gruppe das grosse Bigerhorn besteigen und der zweite machte sich auf den Weg zum Gabelhorn. Der Hauptharst entschloss sich über den von uns vorbereiteten KIettersteig in der Färichhorn-Nordflanke Richtung Färichlücke - Riedberg nach Schalbetten zurückzukehren.

Noch rechtzeitig vor Sonnenuntergang fanden sich alle auf dem herrlichen Picknickplatz von Schalbetten ein, wo Bruno und Franz uns noch einen kühlen Abschiedstrunk bereithielten.Wenn auch für einmal ausnahmsweise die grossen Berggipfel unbestiegen blieben, so war die Sektionstour 1992 doch ein Erlebnis unter Bergkameraden.

Als symbolischer Blumenstrauss durfte die OG (nicht nur die Organisatoren) den Dank des Sektionspräsidenten Alexandre Zufferey für ihre aktive Einstellung entgegenehmen.

Es waren 34 Teilnehmer, darunter von unserer OG: Hildebert Heinzmann Bergf., Sarbach Roby Bergf., Bittel Meinrad Bergf. und Vroni, Gruber Toni, Brantschen Bernhard, Fux Marzell, Pollinger Bruno, Pollinger Nils, Brantschen Roman, Sarbach Regula, Sarbach Raymond.

Tourenleiter: Brantschen Berni und Sarbach Raymond